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Fürs Poesiealbum
Sei fröhlich und bescheiden
Dann kann man dich gut leiden
Sei fleißig, werde klug
Denn Dumme gibt´s genug

Über Kindererziehung
Biet einem Kind dein Weltbild an
Doch zwing es ihm nicht auf
Hilf, dass es selber denken kann
Das braucht´s im Lebenslauf

Lass ihn dir nie gänzlich rauben
Den naiven Kinderglauben
Ihren Blick, so unverstellt
Auf die große fremde Welt
Manchmal ist es wirklich gut
Denkt man, wie´s ein Kind nur tut

Ernüchternde Erfahrung
Was man lernt im Lauf des Lebens:
Guter Rat ist oft vergebens
Meist wird ja nur angenommen
Was von vornherein willkommen

Bedenke es zu jeder Zeit
Bis zur Erkenntnis ist es weit
So viel du fütterst deinen Geist
Du doch im Grunde gar nichts weißt

Islam, fundamental
Wer sagt, dass zu Gewalt wir neigen
Dem werden wir es aber zeigen!

Wir sterben aus- nur ein paar Jährchen
Und es gibt kaum noch Deutsche hier
Es klingt zwar wie ein Horrormärchen
Doch niemand weltweit schrumpft wie wir
Was anderen das Glück auf Erden
Und ihres Daseins höchster Sinn
Bringt Deutschen scheinbar nur Beschwerden
Wo führt uns diese Selbstsucht hin?

Wandel hat es immer schwer
Einsicht und Vernunft sind Schnecken
Neues Denken um so mehr
Bleibt im Wohlvertrauten stecken
Tradition, Bequemlichkeit
Sind von je her übermächtig
Was im fremden Kopf gedeiht
Ist im höchsten Maß verdächtig

Im Web
Jetzt gibt es immer mehr verschärft
Die Popup-Fenster- und das nervt!
Doch eigentlich ist´s nicht verkehrt:
Man sieht gleich, was die Seite wert

Hörst du, wie der Frank reihert?
Ich wette, dass er krank feiert!

Klingt gut, nicht wahr? Ist aber nicht ganz stilrein.
Wir haben aber auch sehr viele echte Schüttelreime
Akustische Umweltverschmutzung
Sehen- denken- reden
Das gilt wohl nicht für jeden
Denn viele schwatzen unbedacht
Den ganzen Tag bis in die Nacht
Die stete Plapper-Kanonade
Macht einen mürbe und malade
Man kann's erwähnen fein versteckt
Oder laut sagen sehr direkt
Man bringt sie einfach nicht zur Ruh
Sie hören sich nicht mal selber zu

Schönwetterfreunde
Ich dachte mal, ich hätte Freunde
Ja wirklich, ich hab das geglaubt
Doch wurde mir, als ich sie brauchte
Die Illusion brutal geraubt
Ich hatte Mühe zu begreifen
Ich dachte lang, das kann nicht sein
Es war sehr bitter zu erfahren
Geht es dir schlecht, bist du allein

Umweltferkel
Fährt ein Laster oder Bus
Ist´s ein unbedingtes Muss:
Wenn er irgendwo mal hält
Bleibt der Motor angestellt
Klar ist´s bei ein paar Sekunden
Doch Minuten, sogar Stunden
Steht die Kiste manchmal still
Nur der Motor das nicht will
Hat der Chef von den PS
Spaß an solchem Umweltstress?
Macht ihm Spritverbrauch nichts aus
(Dreck kommt ja nur hinten raus)
Dieselruß und CO2
Ist ihm das ganz einerlei?
Was ist los mit diesen Typen?
Sind sie so zurückgeblieben?
Oder sollte man nur wagen
Ihnen mal etwas zu sagen?

Frei nach Ringelnatz:
War einmal ein Kuchenstück
War ein Weniges zu dick
Legte sich im Magen quer
Drückte dort wie zentnerschwer
Und man kam zu dem Entschluss
Jetzt hilft nur noch Rizinus

War einmal ein frecher Witz
War ein Weniges zu spitz
Wagte sich zu weit hervor
Kam auch noch ins falsche Ohr
Steht nun vor dem Strafgericht
Ist ganz still, der arme Wicht

War einmal ein Dankesehr
Tat ein wenig sich zu schwer
Zierte sich ganz ungemein
Wollt´ nicht ausgesprochen sein
Heute tut ihm dies sehr Leid
Doch nun fehlt Gelegenheit

Herbstspaziergang
Stehst du auf des Berges Kuppe
Siehst im Tal die Nebelsuppe
Singe ein paar frohe Lieder
Bald hat dich der Stress schon wieder

Mörike im Winter
Winter legt sein weißes Band
Über Wald und Flur
Kalter Atem streift das Land
Still schweigt die Natur

Ereilt dich mal ein Missgeschick
Erwischt es dich mal knüppeldick
Nimm es genau in Augenschein
Und du kannst völlig sicher sein
Es hat sich fein darin versteckt
Ein wirklich komischer Aspekt
Und letztlich kommt es darauf an
Dass man auch drüber lachen kann

Rauchen macht froh
Du spürst es augenblicklich:
Rauchen macht dich froh
Rauchen macht dich glücklich
Die andern sowieso
Die Tabakbosse nämlich
Und auch Vater Staat
Verdienen dumm und dämlich
Am feingeschnitt´nen Blatt
Der Ärzteschaft ein Segen
Der Pharmaindustrie
Es füllt der warme Regen
Die Kassen wie sonst nie
Lasst Teletubbies rauchen
Sanierung heißt das Ziel
Wer kann die Rentner brauchen
Es werden viel zu viel
Du spürst es augenblicklich:
Rauchen macht dich froh
Rauchen macht dich glücklich
Die andern sowieso

Gesundheit ist, wenn man sie hat
Wohl kaum der Rede wert
Doch steht auf einem andern Blatt
Wenn jemand sie entbehrt
Dann ist sie Thema früh bis spät
Man misst sie, lamentiert
Gesundheit ist Normalität
Bis sie einmal lädiert

Spruch zur Guten Nacht
Jetzt werde ich endgültig sauer
Ich glaub, ich gehe schlafen
Wenn sie den armen TV-Schauer
Mit soviel Mist bestrafen

Vers über die Ferse
Meine Ferse ist geschwollen
Doch das gibt sich mit der Zeit
Meine Verse sind es selten
Und wenn doch, dann tut´s mir Leid

Das Tote Meer wird immer töter
Ihm täte Wasser immer nöter

Klima retten wollte sie
Nur die deutsche Industrie
Hat nicht ganz die gleichen Pläne
Also knickt die "Souveräne"
Kläglich vor der Lobby ein
Ach, du armes Merkelein!

Zug der Zeit
Wenn ich süße Mädels sehe
Wird mir gleich ganz kribbelig
Und ich suche ihre Nähe
Nichts kann schöner sein für mich
Meistens bei genauer Sichtung
Legt sich dann mein Appetit
Und ich wechsele die Richtung
Weil sie an ´ner Kippe zieht

Dem Aug´ zur Freude gibt es Frauen
Die sind wie Engel anzuschauen
Doch Ach und Weh solltest du meinen
Sie wären so, wie sie erscheinen

Bringt dein Konto gute Zinsen
Hast du immer was zu grinsen
Ist es völlig ausgeschöpft
Wirst du auch nicht gleich geköpft

Haufenweise
Will man Hundehaltern glauben
Würden sie es nur erlauben
Wenn sie täglich mit den Tieren
Tütchenlos herumspazieren
Dass sich diese da entleeren
Wo die Menschen niiie verkehren
Offensichtlich gibt es Stellen
Unzugängliche Parzellen
Die geheim und sehr versteckt
Noch von niemandem entdeckt
Scheinbar kann man ja mit Hunden
Echtes Neuland noch erkunden
Fremde Welten sich erschließen
Wo die Hunde hingeschissen

Dichters Lamento
Was den Dichter deprimiert:
Wird sein Werk im Web kopiert
Ohne jedes Copyright
Jenseits jeder Redlichkeit

Lehrer
Beizeiten schon verbraucht
GePISAckt und geschlaucht
Die Hoffnung längst verloren
Zum Sündenbock erkoren
Von keinem unterstützt
Und schamlos ausgenützt
Nervlich völlig runter
Da hilft nur noch ein Wunder

Schlechtes Wetter anzusagen
Ist an sich ja schon gemein
Und das Allerschlimmste dabei:
Meistens trifft das dann noch ein

Wer schwanger trinkt oder auch raucht
Ist asozial leicht angehaucht
Wer Kinder solchem Gift aussetzt
Zeigt auch, dass er sie nicht sehr schätzt

Dringender Rat
Es ist wirklich unumgänglich
Lerne bitte endlich Englisch
Diese Sprache nicht zu sprechen
Ist ein geistiges Gebrechen

Zu Ostern dieses Kurzgedicht:
Zerlatsche bloß die Eier nicht!

Grußkarte(n) zu Ostern verschicken

Schnäppchenjäger
Es gibt Jäger auf der Pirsch
Die erfreut kein großer Hirsch
Ausgenommen ist der Fall
Er liegt schon im Kühlregal
Und hat einen Niedrigpreis
Dann wird so ein Jäger heiß
Schnäppchenjäger heißen sie
Man erkennt sie irgendwie
Wenn sie in den Gängen suchen
Jeden neuen Preis verbuchen
Meist vergleichen sie dann laut
Die Datei ist eingebaut
Und ihr Kopf ist voll mit Zahlen
Ganz speziell den minimalen
Aus den Sonderangeboten
Jeder ihrer Nervenknoten
Ist mit einem Preis verknüpft
Schlimm, wenn einer mal entschlüpft
Sie verbringen viele Stunden
Um den Tiefstpreis zu erkunden
Ihre Freude auf der Welt
Ist es, wenn ein Preis mal fällt
Und sie fahren weite Strecken
Um Rabatte zu entdecken
Scheuen weder Müh noch Zeit
Stets zum Zuschlagen bereit
Kommen sie einmal zu spät
Ein paar Tage nichts mehr geht
Denn sie trauern dann noch sehr
Diesem Schnäppchen hinterher
Und sie kaufen jeden Mist
Wenn er nur recht billig ist
Leben für den Preisvergleich
So ein Dasein macht dich reich

Erfahrungen per Rad
Die eine Gegend ist verhügelt
Die andere wie glatt gebügelt
Ist eine aber stark bebergt
Beim Fahrrad fahren man es merkt

Wer Fahrrad fährt, erfährt die Welt
Mit Augen, Ohren, Nase
Und außerdem erzeugt ein Rad
Auch keine Auspuffgase

Fügt es sich nicht wunderbar?
Ich bin der Kopf- du hast das Haar

Zusammenbruch der Kommunikation
Sie ging: Sogar als er sie liebte
In einem Fort sein Handy piepte

Er war einmal ein toller Hecht
Nun klappt es mit dem Jagen schlecht
Heut, wo er soviel weiß und kann
Schaun ihn die Mädels nicht mehr an
Fassade nur bei ihnen zählt
Um die ist´s nicht mehr gut bestellt
Da hilft kein dreifach Überschlag
Und jeder Tag ist nicht sein Tag
Kein Mädchen ahnt, was ihm entgeht
Und sieht, wie sehr sein Auge fleht
Dem alten Hecht wird langsam klar
Nie wird es mehr, wie´s früher war

Mancher Promi wohnt bereits
Steuerflüchtig in der Schweiz
Ist der Reichtum maximiert
Zieht man weiter ungeniert
Wie man Deutschland kann sanieren
Muss doch sie nicht int´ressieren

Trotzalter
Was soll denn das Gestampf hier?
Bist du ein kleiner Kampfstier?

Steter Tropfen höhlt den Stein"
Manchmal auch´s Dachkämmerlein

Das erste Treffen
Er kam daher in feinstem Tuch
Umsonst - er hatte Mundgeruch!

Ehe heute
Sie lag erwartungsvoll im Bett
Er surfte nur im Internet

Goethe ergänzt
"Es irrt der Mensch solang er strebt"
Wer plant, mit Illusionen lebt

Erfahrung
Was nicht die Beamten
Alles schon verschlampten

Haiku
Sind Haikus eine Kunstform?
Die kann doch jeder
Es lebe Andy Warhol!

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